Familiäres Mittelmeerfieber

fatih
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Kayıt: 22 Mar 2016, 22:04

Familiäres Mittelmeerfieber

Mesajgönderen fatih » 23 Kas 2016, 09:15

Familiäres Mittelmeerfieber
Beim familiären Mittelmeerfieber (FMF) handelt es sich um eine erblich bedingte Erkrankung, die besonders in der östlichen Mittelmeerregion auftritt. Es ist eine seltene Erkrankung, die jedoch bei einigen Bevölkerungsgruppen häufiger vorkommt. Die Erkrankung mit sporadisch auftretenden Fieberschüben kann eine Amyloidose auslösen.
Besonders in der östlichen Mittelmeerregion kommt es zuweilen zum sogenannten familiären Mittelmeerfieber. Wie der Name schon andeutet, treten innerhalb der Familie häufiger mehrere Fälle der Erkrankung auf. Normalerweise ist diese Erkrankung sehr selten. Sie kommt aber im östlichen Mittelmeerraum gehäuft vor. Das lässt bereits auf einen genetischen Hintergrund schließen.
So sind von dieser Erkrankung hauptsächlich nordafrikanische Juden, armenische Volksgruppen und
Teile der türkischen Bevölkerung betroffen. Insgesamt leiden circa 0,1 bis 0,2 Prozent dieser Bevölkerungsgruppen an dieser Erkrankung. Das familiäre Mittelmeerfieber ist eine chronische Erkrankung, die sich in sporadischen Fieberschüben und Entzündungen der Tunica Serosa äußert.
Bei circa 30 bis 60 Prozent der Patienten kann sich eine Amyloidose entwickeln. Diese kann die Lebenserwartung der Betroffenen durch Herausbildung von Organschäden, besonders der Nieren, reduzieren. Wenn es gelingt, die Amyloidose zu verhindern, liegt die Lebenserwartung im normalen Bereich. Es gibt Anzeichen dafür, dass es sich nicht um eine einheitliche Erkrankung handelt.
Ursachen
Als Ursache des familiären Mittelmeerfiebers wurde eine genetische Veränderung auf einem Gen des Chromosoms 16 mit dem Genlokus 16p13.3 (MEFV-Gen) ausgemacht. An dieser Stelle des Gens wird ein Protein codiert, welches als Pyrin beziehungsweise Marenostrin bezeichnet wird. Welche Funktion das Protein besitzt, ist noch nicht genau bekannt. Es kann hier nur spekuliert werden. Auf jeden Fall besteht es aus 781 Aminosäuren.
Es wird außerdem nur in Blutzellen gebildet. Obwohl es in den Zellkern wandert, besitzt es jedoch keine speziellen Bindungsdomänen zur DNA. So soll es eine Rolle bei der Regulierung von inflammatorischen (entzündlichen) Prozessen spielen, indem es bestimmte Transkriptionsfaktoren aktiviert. Dabei wird auch vermutet, dass das Protein eine fördernde Wirkung auf die Produktion von Interleukin-1 besitzt. Interleukin-1 ist ein wichtiger Faktor bei Entzündungsreaktionen.β β
Da wahrscheinlich durch den Einfluss von Pyrin verstärkt Interleukin-1 gebildet wird, kommt es zu β einem vermehrten Einströmen von Granulozyten mit der Steigerung von Entzündungsreaktionen. Dass Interleukin-1 eine Rolle spielt, wurde durch die Besserung der Symptome nach der Behandlung mit Il-β 1 -β Antagonisten erkannt. Dabei handelt es sich allerdings um keinen einheitlichen Krankheitsprozess.
Viele Mutationen des MEFV-Gens können zu ähnlichen Beschwerden führen. Es gibt Krankheitsfälle mit autosomaler rezessivem Erbgang. Allerdings wurden auch Fälle von FMF mit autosomal dominantem Erbgang gefunden.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Das familiäre Mittelmeerfieber (FMF) ist eine Erkrankung, die schubartig verläuft. Die Intervalle zwischen den einzelnen Schüben können Tage, Monate oder auch Jahre dauern. Je seltener ein Schub auftritt, desto günstiger wird die Prognose hinsichtlich der Entwicklung einer Amyloidose. Bei einem Schub kommt es zur Entzündung der Tunica Serosa. Die Tunica Serosa stellt die Auskleidung der Brusthöhle, der Bauchfellhöhle, des Herzbeutels und der Gelenkkapseln dar.
Dementsprechend äußert sich die Erkrankung in der akuten Phase in Brust-, Bauch- und
Gelenkschmerzen. Diese Entzündungen sind von Fieber bekleidet. Meistens treten die ersten Schübe bereits vor dem 20. Lebensjahr auf. Die Schübe dauern einige Tage. Zwischen den einzelnen Attacken fühlen sich die Betroffenen gesund. Während der Entzündungsprozesse entstehen sogenannte AkutePhase-Proteine, die sich danach im Zellzwischenraum ablagern.
Diese können dann nicht mehr durch Immunzellen erreicht werden und reichern sich an. Je mehr Schübe während der chronischen Erkrankung auftreten, desto mehr Proteine werden abgelagert. Dieser Prozess wird als Amyloidose bezeichnet. Aufgrund der Ablagerungen wird die Struktur der Organe langsam beschädigt. Die Hauptkomplikation ist die Entstehung einer schweren Niereninsuffizienz, die zum Tode führen kann.
Diagnose & Krankheitsverlauf
Diagnostisch werden während einer Fieberattacke die Entzündungsparameter bestimmt. Allerdings ist diese Untersuchung zunächst unspezifisch, weil viele entzündliche Erkrankungen diese Ergebnisse zeigen. Eindeutiger ist die genetische Untersuchung des entsprechenden MEFV-Gens. Jedoch kann hier auch ein negativer Befund ein familiäres Mittelmeerfieber nicht unbedingt ausschließen, weil noch andere Mutationen eine Rolle spielen können.
Mithilfe des Medikamentes Metaraminol kann bei Vorliegen eines FMF ein Entzündungsschub provoziert werden. Damit wird die Erkrankung gegen andere mögliche Syndrome differenzialdiagnostisch abgegrenzt.
Therapie & Behandlung
Da das familiäre Mittelmeerfieber eine genetische Erkrankung ist, kann es nur symptomatisch behandelt werden. Eine ursächliche Therapie ist derzeit nicht möglich. Während der akuten Schübe werden als Schmerzmittel entweder Opioide wie Morphin oder Entzündungshemmer wie
Acetylsalicylsäure oder Diclofenac verabreicht. Um die Entwicklung einer Amyloidose zu verhindern, muss die Anzahl der Schübe verringert werden.
Das kann durch die Gabe von Colchicin erreicht werden. Colchicin hemmt die neutrophilen
Granulozyten und trägt so zur Verhinderung der entzündlichen Prozesse bei. So können die Abstände zwischen den Attacken drastisch verlängert werden. Erfolge wurden in der letzten Zeit auch durch die Gabe des Medikamentes Anakinra erreicht. Anakinra ist ein Antagonist von Interleukin-1, indem es sich an dessen Rezeptor bindet.
Vorbeugung
Zur Vorbeugung vor einer Weitervererbung auf die Nachkommen können humangenetische Untersuchungen durchgeführt werden. Sollten innerhalb der Familie oder Verwandtschaft Fälle von familiärem Mittelmeerfieber aufgetreten sein, besteht ein gewisses Risiko der Weitervererbung. Bei bestehendem FMF sollte einer Amyloidose vorgebeugt werden. Das kann durch die kontinuierliche Behandlung mit Colchicin erreicht werden. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Behandlung mit Anakinra.
Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 19. Oktober 2016
"Kendi düşen ağlamaz"

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